Via Venezia - Vom Isar-Ursprung zur Adria

Zu Fuß über die Alpen
Zu Fuß über die Alpen
 

In 21 Etappen von Scharnitz am "Traumpfad über die Alpen" nach Venedig


Tourenführer mit Wanderroute & Erlebnisbuch. farbig illustriert . 

Adktionspreis 2017 
12 €  plus Porto

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"Die Bergtour ans Meer" heißt der Trekkingführer von Gerald Aichner, Vorsitzender des Alpenvereins Hall in Tirol und des Österr. Alpenvereins Tirol. Aichner beschreibt darin die Trekking-Tour mit seiner Frau, von Scharnitz übers Karwendel und den Alpenbogen ans Meer bis Venedig.

 

Gemeinsam mit seiner Frau Waltraud stellte er sich der Herausforderung „250 Kilometer und 18.000 Höhenmeter“. „Von 3.000 m auf null, zu Fuß über die Alpen von Scharnitz nach Venedig war  alter Wunsch und Traum-Ziel von uns, eine tolle Herausforderung, aber ein noch tieferes und wunderbares Naturerlebnis. In 21 Tagesetappen haben wir diese Bergtour ans Meer unternommen.“


Darüber erzählen Waltraud und Gerald Aichner ausführlich in ihrem Buch. „Wir wollten unsere Hausberge Glungezer und Geier in der Lizum in eine große alpine Trekkingroute einbinden, so ist diese Route ab Scharnitz, über Karwendel, Halleranger, Hall, durch die Zillertaler, Dolomiten und Civetta, über viele ÖAV- und DAV Hütten, entstanden. Wobei der Abschnitt Glungezer - Lizum eine der zwei großen Herausforderungen, aber auch ein besonderes Herzstück der ganzen Tour darstellt.“

Das Buch ist Tourenführer wie Erlebnisbericht, mit sachlichen Wegeschilderungen und beeindruckenden Bildern, als Ansporn und Motivation. 

Am Geier
Am Geier

 

„BERGAUF“ - Österreichischer Alpenverein


Meine Bergtour nach Venedig
Auf der Suche nach einem „Abenteuer“ wollten meine Frau und ich eine „Trekkingtour“ vom Karwendel über den Alpenhauptkamm, aber nicht einfach über den Brenner, sondern über Gipfel, Grate, Jöcher, Täler und einen Dreitausender bis ans Mittelmeer unternehmen. 
Venedig hieß das Ziel unserer Bergträume. 

18.000 Höhenmeter ans Meer 
Was mag daran so reizvoll sein, statt vier Autostunden 21 Tage zu investieren und eine Strecke von ca. 250 km und 18.000 Höhenmetern bergauf und noch etwas mehr bergab über Stock und Stein, über Berg und Tal zu bewältigen? Wir wollten eine gewisse „satte Zeit“, drei Wochen, über Berge und Hütten bergsteigen. Nicht immer wieder vom Berg ins Tal absteigen müssen, sondern weiter kommen. Wir wollten damit für uns etwas Neues, ein „Abenteuer“ probieren; von dem wir nicht wussten, wie es zu bewältigen ist, wie es ausgehen und was es uns letztlich bedeuten würde. 

Strapazen mit Genuss 
Wir wollten erfahren, wie sehr man trotz täglicher Strapazen noch mit Genuss weiter gehen kann, wie weit einem die Füße über die Berge tragen; wie sehr man Alltagsballast und Zivilisationskomfort im Tal zurück zu lassen vermag, ohne das Gefühl zu haben, etwas Wichtiges würde einem fehlen. Wir haben diese Tour gut geplant und durchgeführt, mit allen Sinnen erlebt und mit tiefen Eindrücken genossen. 

Je besser Vorbereitung und innere Einstellung, je genauer selbst gesteckte Ziele formuliert sind, desto reicher die Ernte, was einem die Berge, der Weg und das Ziel an Eindrücken, Erfüllung und positiven Kräften zurückgeben. Darin sind auch die wunderbaren Wolkenstimmungen, die Felsen der Dolomiten und der Civetta, das satte Grün der Almen, die stille Landschaft der Tuxer Berge, die fruchtigen weintrunkenen Ebenen an der Piave ebenso wie das Knirschen des Meeresstrandes bei der Ankunft in Venedig und dessen unnachahmlicher Zauber inbegriffen. Damit belohnt man sich mehr als man erträumt. 

Vorbereitung bedeutet Training 
Zur „inneren Vorbereitung“ ist das einfachste und wirkungsvollste Training: zu Fuß gehen. 
Bewusst verzichten wir für bestimmte Strecken, z.B. den Weg ins Büro, auf das Auto oder Rad und gehen zu Fuß. So steigern wir stetig die Wegestrecken und bekommen rasch ein gutes Gefühl fürs Begehen längerer Routen. Auch das Zeitgefühl entwickelt sich dabei neu: Bald „spüren“ wir auch ohne Uhr genau, wie lange eine Stunde Gehen ist und wie weit man dabei kommt. 

Spätestens gegen 8.00 Uhr verlassen wir die Hütten für die nächste Etappe. Schon nach den ersten drei, vier Tagesmärschen wissen wir, dass wir eine schöne Strecke vor uns haben, die wir trotz ihrer Länge und Schwierigkeit, des Gewichts des Rucksackes, trotz Wetter, Hitze oder Kälte oder sonstiger Erschwernisse gut bewältigen werden. Es stimmt immer. 

Der Weg ist das Ziel 
Wir haben uns für die Tour drei Wochen Urlaub genommen und von Scharnitz über Hall nach Venedig ca. 21 Tage reserviert. Dabei sind Reservetage für Schlechtwetter oder zur Erholung eingeplant, oder auch ein, zwei Tage zum Genießen. Nichts von alledem. Der Weg ist das Ziel, und dieses wollen wir ohne Umwege erreichen, ohne Ruhetage, gleich, welches Wetter.  So halten uns auch Schneeregen in den Zillertalern und wolkenbruchartige Wetter und Hochwasser an der Piave nicht auf. 

Natur heißt nicht nur Sonnenschein, Natur ist nie eben und nie geradeaus. Auch das ist eine Erfahrung, dass Umwege und schlechte Wegverhältnisse dazugehören und man diese annehmen muss. Dann sind sie bewältigbar. Jede Etappe macht uns stärker, man baut auf, wird sicherer, kennt sich selbst immer besser, weiß, wie es dem Partner geht und wo allenfalls Grenzen sind.

Bergkristall als Talismann 
Es ist Ende August. Waltraud bestimmt das Tempo, gleichmäßig, trittsicher, zügig. Ich komme gelegentlich aus dem Takt, einmal, um zu fotografieren, einmal, um den Weg voraus zu schauen oder den Blick zurück zum Karwendel, zu den Zillertalern, später zu den Dolomiten und der Civetta, immer im Norden, noch einmal zu genießen. 

Am Geier in den Tuxer Bergen spähe ich links und rechts des Steiges scharf nach einem schönen kleinen Bergkristall aus. Ich finde drei, einen davon schenke ich Waltraud als Talisman. Wir tragen die drei Bergkristalle bis Venedig mit, um einen davon im Meer zu versenken und je einen wieder heim mitzubringen. 

Jeder Tag bedeutet neue Kilometer, Höhenmeter und lange Abstiege. Aber im Vertrauen auf das bereits Erreichte behält immer die Zuversicht die Oberhand, auch die nächste Herausforderung zu meistern. Auch verleiht die gewonnene Erfahrung zusätzlich „Flügel“. 

Stille ist immer anders 
Wenn wir abends in den Hütten die letzte Etappe zurückverfolgen und sie noch einmal in vielen „Bildern im Kopf“ und in ausschmückenden Worten genießen, sind wir uns meistens im Staunen einig, welch lange Wegstrecke wir wieder zurückgelegt haben. Manchmal sehen wir noch den Gipfel des letzten Morgens als Ausgangspunkt und können es fast nicht fassen, wie weit man in einem Tag gehen kann. 

Den meisten Etappen ist eines gemeinsam, Ruhe. Und doch ist Stille nicht gleich Stille. Ob am Lafatscherjoch im Karwendel, am Glungezer, im Pfunderertal, auf der Boe, durch die Civetta oder am Nevegal bei Belluno wie danach in der Ebene, Stille ist immer auch geprägt von ihrer Umgebung, auch in den Dolomiten und in Venedig. 

Intensive Naturerfahrung 
Die Almen in der Lizum und am Kreuzwiesen atmen noch die spätsommerliche Fülle, der Klang des Almviehs begleitet uns lange; die Civetta strahlt die großartige, fast majestätische Ruhe der Felsen aus, hin und wieder vom Ruf oder dem Eisengeklirr eines Kletterers unterbrochen. Jede Landschaft hat ihren „Ton“ ihren „Klang“. Mit der Zeit tut sich uns „ein Ohr für die Stille“ auf. Nicht zuletzt dadurch, dass wir oft stundenlang eher schweigsam dahingehen; nicht, weil wir uns nichts zusagen hätten, sondern weil jeder Natur und Landschaft ganz für sich intensiv aufnehmen will; auch weil der Weg großteils viel Konzentration verlangt. Wir wollen ja nicht über einen Stein stolpern und so das Unternehmen gefährden. 

Das Singen eines Kammes 
Die Natur hat ihren eigenen Ton, den nur hört, der zu hören bereit ist. Das Rauschen des Waldes, eines Baches ist uns vertraut. Die Töne der Felsen, der Steine, der Almmatten und Weinberge, einer Quelle und der Schluchten, steiler Geröllhalden müssen wir erst hören 
lernen, so wie das „Singen eines Kammes“, eines Bergkammes. Wir finden sie einmalig. 

Berge zaubern tausende Bilder in unserem Kopf, die wir für immer speichern. Ich sehe mich noch genau zu jenem Edelweiß hinklettern, das uns in der Civetta beim Abstieg ins Auge sticht. Ich greife nach dem dunkelgrünen Serpentin am Geier und nach Bergkristallen. Das 
kleine Murmeltier am Bindelweg steht genau jetzt vor mir wie jene Gämsen, die uns unvermutet im Halltal und an der Friesenbergscharte begegnen. 

So fügen sich tausende Eindrücke zu einem fest gerahmten Bild von Landschaft und Natur, von Menschen und Gewohnheiten, von Wetter in allen Formierungen bis zum Horizont. Da sind die Masken-Souvenirs vom Markusplatz ebenso enthalten wie die Geltscherspalten der Marmolata, die Jochdohle auf der Pisciadu oder die Steinböcke vom Glungezer zum Rosenjoch und auf der Boé. Der Gletscherhahnenfuß am Geier, die Salzsteine des Halltals gehören dazu wie die Spitzenweine an den Hügeln der Piave, der Sand bei Jesolo, die Muscheln im Ristorante Punta Sabbioni ebenso wie die Knödel in der Lizum oder die Polenta im Rifugio Pian de Fontana. 

Als wir nach 21 Tagen mit unseren festen Bergschuhen in Jesolo ein klares Profil in den Meeressand drücken, ist dieses Gefühl unbeschreiblich. Das Ziel, aus eigener Kraft über tausende Höhenmeter und Wegemeter der Alpen das Meer zu erreichen, ist geschafft. Der Cappuccino am Markusplatz bleibt nur ein banaler Versuch, dieses Glücksgefühl als Summe der Ereignisse noch einmal auszukosten. Denn der Weg war das Ziel, der uns reich belohnt und die Seele tief beschenkt hat.

Artikel im TIROLER SONNTAG ( 10.10)
auszugweise

„Zusammen unterwegs“
„Die Bergtour ans Meer“ – eine alpinsportliche Bergfahrt für alle Sinne - Sinn-Reise über 2000 m 

Auf über 3000 m Höhe hinauf zu steigen und auf Null bis ans Meer hinunter „Berg zu wandern“, das macht das Geheimnis, die Faszination der Trekkingtour „Via Venezia“, über die Alpen ans Mittelmeer. Die 21 Tagesetappen über 250 km, von Scharnitz, von der Isar, an die Adria bis Venedig, begeistern durch ihre sportliche Herausforderung (als Sport-highlight), und durch das Bergwandern mit allen Sinnen. 


Die Alpen oben drüber von Nord nach Süd zu bezwingen, die wunderbare Bergwelt des Karwendels, der Tuxer und Zillertaler, des Alpenhauptkamms, der Dolomiten und der Civetta zu durchmessen und voll in sich aufnehmen zu können, ist wunderbar. Die einsame Natur, ihre Schönheit, ihre Weite über den Alpenbogen zu erfahren, das kann für die Seele sehr beglückend sein.

„Einfach oben weiter gehen…..“
„Bergsteigen und Skitouren haben uns durch unser ganzes Leben sehr intensiv begleitet, stets fasziniert. Wir zwei sind auf vielen hohen Gipfeln gestanden, wir sind geklettert, haben die Berge mit dem Mountainbike umrundet oder sind oben drüber geradelt. Oft sind wir tagelang auf Touren gegangen, meistens aber doch nur für einen Tag, hinauf und wieder hinunter. Irgendwann einmal haben wir dann gemeint, können wir nicht einfach oben bleiben und oben „über die Berge“, weiter gehen? 

So schön jedes einzelne Tagesbergerlebnis auch war, wir haben zu sinnieren begonnen, wie weit wären wir gekommen, wenn wir die vielen Höhenmeter bergauf und zurück ins Tal für den Weiterweg verwendet hätten. Dieser Gedanke hat uns nicht mehr losgelassen, ist nach und nach gereift und hat sich in uns festgesetzt. Wir haben ihn gemeinsam weiter gesponnen, bis es so nach drei Jahren für uns festgestanden ist: Jetzt machen wir einen lange Bergtour, über viele Tage, Wochen, über viele Grate und Berge, ohne ins Tal absteigen zu müssen.

Das war der ausschlaggebende Impuls, uns eine lange Höhenbergwanderung über mehrere Wochen zu suchen. Das waren Anreiz und Ziel, anders als etwa beim Jakobsweg, wo letztlich Santiago das Ziel ist. So wollten wir unseren langen Wunsch erfüllen, ein paar Wochen in den Bergen unterwegs zu sein, und nicht nur mal drei Tage. So möchten wir für uns den Begriff des „Bergwanderfiebers“ definieren.

Noch ein Gedanke hat uns sehr motiviert, eine lange „Bergreise“ anzutreten. Wir wollten selbst erfahren, inwieweit man durch langes Wandern „aussteigen“ kann, um sich zu erholen, neue Gedanken und Kräfte zu finden. Durch eine gezielte Bergtätigkeit den Alltag des Tales zurücklassen, zumindest dies einmal auszuprobieren.

Rückblickend auf unsere erfolgreiche dreiwöchige Bergtour sind wir mit dem Erreichten sehr zufrieden. Es war für uns beide ein sehr erfülltes Bergwandern; unsere Bergwanderlust wurde voll und nachhaltig befriedigt. Unser Bergerlebnis zu zweit ist ein ganz persönliches und zugleich ein gemeinsam Beglückendes; ein Jungbrunnen für unsere schon lange dauernde Beziehung, weil wir beide das gleiche suchten, wollten und gefunden haben.

Diese drei Wochen „Bergreise“ haben wir auch als ein sehr gut tuendes Wellness-Wandern empfunden und erfahren, das Körper wie Seele erfrischt, stärkt, ihnen Anreize bietet und durch viele Möglichkeiten der Erfüllung belohnt. So weit, dass es auch wirklich etwas von „Ballast“ ablegen in sich birgt. Selten zuvor haben wir uns so wohl gefühlt wie nach dieser Tour.

Eine wunderbare Sinn-Reise
„Am überraschendsten für uns war, dass die Nachhaltigkeit dieser Erlebnistour das alpin-sportliche Element noch weit überstrahlt. Das beglückt uns noch immer. „Diese innere Reise haben wir als einen Weg zum Glück erfahren“, wie Gerald und Waltraud Aichner unisono bekennen.

Innerlich gestärkt
In der Erinnerung bleibt diese „Bergfahrt“ stets präsent und lebendig. Man fühlt sich innerlich gestärkt. Die Tour beeindruckt Tag für Tag und noch Monate, ja wohl Jahre danach. „Noch immer ist uns jeder besondere Stein, jede besondere Blume, jedes Tier unterwegs ständig ganz nah. Man vergisst die Mühen, die Strapazen, das schlechte Wetter und das Rucksackgewicht. Jedes einzelne Etappenziel befriedigt, aber das Glück, das gesteckte Ziel am Meer erreicht zu haben, entschädigt noch hundert Mal mehr. So bleibt diese Tour für uns für immer eine große sportliche Herausforderung und eine wunderbare „Sinn-Reise“. So betrachtet, auch eine Art alpine Pilgerreise auf dem Weg zu sich selbst, zu uns selber.“

Wir sind unterwegs auch vielen Frauen begegnet, die allein, in Gruppen, mit Begleiter oder Ehemann unterwegs waren. Die allermeisten Frauen waren den Strapazen gleich gut gewachsen wie die Männer und in punkto Ausdauer, Nerven und „Siegeswillen“ ebenbürtig.

Und noch in einem sind wir zwei Trekkinggeher uns ganz einig: „Die Bergtour ans Meer“ ist eine beglückende, alle Sinne befriedigende Tour, und noch schöner, wenn man sie gemeinsam bis ans Ziel erleben kann“.
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Kurzbeiträge

„Die Bergtour ans Meer“ – „Bergfahrt für alle Sinne“

Auf über 3000 m Höhe hinauf zu steigen und auf Null bis ans Meer hinunter „Berg zu wandern“, das macht das Geheimnis, die Faszination dieser Trekkingtour über die Alpen nach Venedig aus. Die 21 Tagesetappen über 250 km begeistern durch ihre sportliche Herausforderung und durch das Bergwandern mit allen Sinnen. 


Die Alpen „oben drüber“ von Nord nach Süd zu bezwingen, die wunderbare Bergwelt des Karwendels, des Alpenhauptkamms, der Dolomiten und der Civetta zu durchqueren und voll in sich aufnehmen zu können, ist wunderbar. Die einsame Natur, ihre Schönheit, ihre Weite zu erfahren, das kann beglückend sein.

„Am überraschendsten für uns war, dass die Nachhaltigkeit dieser Erlebnistour das alpin-sportliche Element noch weit überstrahlt. Das beglückt uns noch immer. Diese innere Reise haben wir als einen Weg zum Glück erfahren“, wie Gerald und Waltraud Aichner unisono bekennen.

In der Erinnerung bleibt diese „Bergfahrt“ stets präsent und lebendig. Man fühlt sich innerlich gestärkt. Die Tour beeindruckt Tag für Tag und noch Monate, ja wohl Jahre danach. 

„Noch immer ist jeder besondere Stein, jede besondere Blume, jedes Tier unterwegs ständig ganz nah. Man vergisst die Mühen, die Strapazen, das schlechte Wetter und das Rucksackgewicht. Jedes einzelne Etappenziel befriedigt, aber das Glück, das gesteckte Ziel am Meer erreicht zu haben, entschädigt noch hundert Mal mehr. 

„So bleibt diese Tour für uns für immer eine große sportliche Herausforderung und eine wunderbare „Sinn-Reise“. So betrachtet, auch eine Art alpine Tour für alle Sinne, auf dem Weg zu sich selbst, zu uns selber.“

So sind sich die beiden Trekkinggeher einig, dass die Bergtour ans Meer eine beglückende, alle Sinne befriedigende Tour ist, die sich noch wunderbarer gestaltet, wenn man sie gemeinsam bis ans Ziel erleben kann.

„Einfach über die Berge gehen…..“

„Bergsteigen und Skitouren haben mich durch mein ganzes Leben sehr intensiv begleitet, stets fasziniert. Ich bin mit meinem Mann auf vielen hohen Gipfeln gestanden, wir sind geklettert, haben die Berge mit dem Mountainbike umrundet oder sind oben drüber geradelt. Oft sind wir tagelang auf Touren gegangen, meistens aber doch nur für einen Tag, hinauf und wieder hinunter. Irgendwann einmal habe ich dann gesagt, können wir nicht einfach oben bleiben und oben „über die Berge“, weiter gehen? 

So schön jedes einzelne Tagesbergerlebnis auch war, wenn ich denke, wie weit wären wir gekommen, wenn wir die vielen Höhenmeter bergauf und zurück ins Tal für den Weiterweg verwendet hätten. Dieser Gedanke hat mich nicht mehr losgelassen, ist nach und nach gereift und hat sich in mir festgesetzt. Wir haben ihn gemeinsam weiter gesponnen, bis es so nach drei Jahren für uns festgestanden ist: Jetzt machen wir einen lange Bergtour, über viele Tage, Wochen, über viele Grate und Berge, ohne ins Tal absteigen zu müssen.

Das war der ausschlaggebende Impuls, uns eine lange Höhenbergwanderung über mehrere Wochen zu suchen. Das waren Anreiz und Ziel, anders als etwa beim Jakobsweg, wo letztlich Santiago das Ziel ist. So wollten wir unseren langen Wunsch erfüllen, ein paar Wochen in den Bergen unterwegs zu sein, und nicht nur mal drei Tage. So möchte ich für uns den Begriff des „Bergwanderfiebers“ definieren.

Noch ein Gedanke hat mich sehr motiviert, eine lange „Bergreise“ anzutreten. Ich wollte erfahren, inwieweit man durch langes Wandern „aussteigen“ kann, um sich zu erholen, neue Gedanken und Kräfte zu finden. Durch eine gezielte Bergtätigkeit den Alltag des Tales zurücklassen, zumindest dies einmal auszuprobieren.

Rückblickend auf unsere erfolgreiche dreiwöchige Bergtour bin ich mit dem Erreichten sehr zufrieden. Es war für mich und für uns beide ein sehr sehr erfülltes Bergwandern; unsere Bergwanderlust wurde voll und nachhaltig befriedigt. Unser zusammen erlebtes Bergerlebnis ist auch ein ganz persönliches von mir wie von meinem Mann, und zugleich ein gemeinsames. Es war beglückend, ein Jungbrunnen für unsere schon lange dauernde Beziehung, weil wir beide das gleiche suchten, wollten und gefunden haben.

Diese drei Wochen „Bergreise“ habe ich auch als ein sehr gut tuendes Wellness-Wandern empfunden und erfahren, das Körper wie Seele erfrischt, stärkt, ihnen Anreize bietet und durch viele Möglichkeiten der Erfüllung belohnt. So weit, dass es auch wirklich etwas von „Ballast“ ablegen in sich birgt. Selten zuvor habe ich mich so wohl gefühlt wie nach dieser Tour.

Eine Hüttenwirtin hat mir unterwegs erzählt, dass nicht nur Männer diese Tour unternehmen, sondern für sie erstaunlich auch sehr viele Frauen, junge wie ältere. Die Wirtin hat besonders bei den Jüngeren als Motiv für die Tour „Beziehungsprobleme und Liebeskummer“ zu entdecken geglaubt. Das mag teils stimmen, wird aber wohl von anderen Motiven begleitet und überragt sein.

Wir sind unterwegs tatsächlich auch vielen Frauen begegnet, die allein, in Gruppen, mit Begleiter oder Ehemann unterwegs waren. Die allermeisten Frauen waren den Strapazen gleich gut gewachsen wie die Männer und in punkto Ausdauer, Nerven und „Siegeswillen“ ebenbürtig.

Ein besonders nettes Erlebnis mit einer Bergsteigerin ist mir aus den Tuxer Alpen in Erinnerung. Während eines sehr steilen Anstiegs hat uns ein Pärchen aus Bayern überholt, wir haben uns gegrüßt und schon waren sie unseren Blicken entschwunden. Wir dachten zunächst an rasante Tagesausflügler, die den Gipfel in Rekordzeit schaffen wollten. Am nächsten Abend haben wir die beiden aber wieder in der übernächsten Hütte getroffen, da waren wir „voraus“, was sie sich zunächst nicht erklären konnten. Wir sind am gleichen Tisch dann sehr gut in angeregte Gespräche gekommen. Die beiden sind am gleichen Tag wie wir, aber von einem anderen Ausgangspunkt gestartet, mit dem gleichen Ziel. In der Folge sind wir uns noch mehrmals auf den Hütten begegnet, und aus unserem privaten „Wettrennen“ ist ein sehr nettes Wiedersehen mit inzwischen vertrauten Bergfreunden geworden, das wir auf der Boe mit einem Glas Wein „gefeiert“ haben. Weil wir uns sicher waren, uns auch auf den Folgeetappen bis Venedig noch mehrmals zu begegnen, haben wir weder Telefonnummer noch e-mail ausgetauscht, uns dann aber leider nie mehr gesehen. Schade, haben wir uns gedacht und hoffen jetzt, dass die beiden über unser Buch vielleicht wieder den Kontakt zu uns finden. Man will ja doch von allen, die einem unterwegs begegnen, wissen, ob und wie sie angekommen sind.
Gerald Aichner