Glungezerhütten-Traumtag

Samstag, 18. August 2012 - der Traumtag dieses Sommers am Glungezer, nach einer "Wahnsinns-Sternennacht" und mit einmaliger Fernsicht am Abend und auch heute untertags!


Untertags viel Betrieb, viele Bergwanderer, die vom Patscherkofel kommen; darunter etliche Einheimische, die zum ersten Mal in ihrem Leben am Glungezer stehen, selbst Innsbrucker, die diesen Gipfel 2677m, noch nie bezwungen haben. Aber heute war eben der Tag der Tage. Einige gute Bekannte aus Hall angetroffen, das bekannte "Duo Schweizer" aus Mils, einen lieben Kollegen aus ORF-Jahren, mit Familie. Drei Damen aus Innsbruck, die regelmäßig Berggehen und heute die Tour zur Glungezerhüte "gewagt" haben.

Nur die Lamas fehlen heute noch.


Einige Familien, die mit ihren Kindern den Klettersteig bewältigen und dann "super cool" im BaseCamp, in den Expeditionszelten nächtigen werden. "Symphatisches junges Leben auf der 80-jährigen Hütte".

Sehr viele Trekkinggäste, die den "Inntaler Höhenweg" machen, und solche, die den "Traumpfad München-Venedig" gehen.  sehr nette , sympathische, junge und ältere Trekkinggeher, die alle viel wissen wollen, sich dann in ihre "Führer" vertiefen, die Aussicht auf der Terasse oder vom Gipfel genießen - "500 Jöcher, Gipfel und Grate", wie mir einer "meinen Slogan" erklärt.


Die Hüttenmann/Frau-schaft um Gottfried in vollem Einsatz, ohne Ruhepause. Nach den letzten Mittags-"Kathmandu-Nudeln" beginnt Koch Günther schon mit den Vorbereitungen für das "gemeinsame" Abendessen, für ca. 50 Gäste. Dazwischen will eine Dame wissen, welche Berge man da im Panorama sieht. Ein junges Pärchen aus Deutschland ist eher besorgt, ob es denn wohl eine gutes Nachtlager bekommen wird. Franzosen wollen noch den Bus von Tulfes nach Igls erreichen, haben sich im Zeitplan völlig vertan. Hüttenwirt Gottfried "kopft" wo er denn heute alle Gäste unterbringen soll, so, dass es für alle doch ein "Hüttenerlebnis" wird. 


Immer wieder kommen Gäste, die nicht angemeldet sind oder reserviert haben. Sie staunen, wenn sie hören, dass heute alles schon belegt ist, "doch irgendwie werden wir für alle ein Plätzchen finden, mit Decke drunter und Decke drüber".

Dann kommt noch eine angemeldete große Gruppe der Thaurer Schützengilde, erwartungsfroh, was den Hüttenabend betrifft.

 

Zwischendurch besprechen wir mit Hüttenwirt Gottfried die neue Seilbahn-Steuerung, den Ablauf der morgigen Gipfelmesse - mit vielleicht 200 bis 300 Leuten - , das Konzept des BaseCamps mit den Expeditionszelten, als super Ausweichlager, Alternativen, wie wir die Zahl der Schlafplätze erweitern könnten, diskutieren über das Lama-Trekking, den Fahrplan der Glungezerbahn, kulinarische Fragen, Personalfragen, Werbelinie für den Winter und "hundert andere Themen". 

Wenn noch Platz wäre, würden wir gerne da bleiben, um uns abends weiter mit Gottfried und Gästen zu unterhalten, ihnen manches aus unserer Trekkingerfahrung zu erzählen.

 

Doch wir steigen ab, begegnen noch etlichen Wanderern, die die Hütte ansteuern; auch solchen, die ich besonders liebe, wenn sie uns sagen, "wir brauchen keine Hütte, wir haben alles selber mit". Sie benützen zwar auch unsere voll intakten Wege und Steige, sind froh über Wegweiser und Markierungen, über "Wasser-Ladestationen" und WC's in Hütten - alles am besten noch zum Nulltarif.

zB.: Einem Berggher ist gestern die Sohle von den Bergschuhen abgefallen. Der Wirt hat sich bereit erklärt, mit einem Spezial-Expresskleber die Sohle wieder anzukleben, sie müssten halt vielleicht eine halbe Stunde warten, bis der Kleber trocken ist und die Sohle hält. Inzwischen könnten sie ja was trinken. Nein, (danke), wir brauchen nix. Die Sohle wurde kostenlos geklebt.

Diese Kategorie der total autarken Ferngeher und Selbstversorger lassen sich meistens auch nichts sagen, etwa, dass man um 17 Uhr nicht noch 6 bis 7 Stunden zur Lizumerhütte weitergehen kann, das wäre unsinnig und unvernünftig und auch für die nächste Hütte unzumutbar, wenn dann  Gäste um 23 uhr noch eintreffen, wo die meisten schon schlafen (wollen).

Die kümmert auch nichts, dass in Tirol auch im Gebirge weithin zelten halt nicht erlaubt ist, nicht im Karwendel, nicht im Landschaftsschutzgebiet Viggar-Glungezer oder im Naturpark Zillertal.

 

Ich bin überzeugt, allen, die heute auf der Glungeerzerhütte waren, tagsüber und am Abend, wird dieser Glungezertag als Traumtag dieses Sommers in sehr guter Erinnerung bleiben. Das entschädigt alle Beteiligten wieder vollauf.

Gerald Aichner

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